Wie bereitet man auf dem Campingplatz den besten Kaffee zu?

April, 16 2020

Wir lieben Kaffee, aber auf dem Campingplatz sind billige Maschinen und Instantkaffee immer noch weit verbreitet. Es ist eine Schande! Für wenig Geld und mit minimalem Aufwand kann man auch beim Campen das Beste aus der Bohne holen. Als Kaffee-Nerd verrate ich Ihnen gerne meine Tipps für den besten Kaffee auf dem Campingplatz.

Koffie op de camping

Sie steigen morgens aus eurem Wohnwagen oder Zelt und freut euch auf ein leckeres Frühstück. Frisches Baguette, guter Aufschnitt, Marmelade und Sonnenschein. Dazu passt doch nun wirklich kein schlapper oder gar bitterer Kaffee, oder?! Löslicher Kaffee und billige Kaffeemaschinen liefern nur selten die passenden Ergebnisse. Mit den richtigen Utensilien im Gepäck und ein paar nützlichen Tipps können Sie Ihren Campingplatz-Kaffee auf die nächste Stufe heben.

1. Entscheidet euch zunächst für eine Zubereitungsmethode

Aeropress, das Aufbrühen oder die French Press. Zu den hier genannten Methoden gehören handliche Geräte, die man sowohl im Innen- als auch im Außenbereich verwenden kann – und das schon mit wenig Übung und ohne große Probleme. Mit einigen wenigen Erläuterungen und praktischen Tipps können Sie gleich loslegen.

Aeropress

Aeropress koffie

Die Aeropress* ist eine kompakte Röhre, die eigentlich überall Platz findet. Um die Aeropress zu nutzen, legen Sie den Filter auf den Verschluss, schrauben diesen dann auf den unteren Zylinder und füllen die gewünschte Menge Kaffeepulver ein, um schließlich den Zylinder mit Wasser aufzufüllen. Jetzt heißt es, gut umzurühren, ein bis zwei Minuten zu warten und dann den Druckzylinder aufzusetzen. Jetzt können Sie die Aeropress auf eine Tasse setzen und den Kaffee mithilfe des Druckzylinders in die Tasse drücken.

Die beiliegende Anleitung für die Aero ist sehr verständlich. Einfach ein paarmal üben und Sie haben den Dreh raus. Die Aeropress verzeiht darüber hinaus auch den einen oder anderen Fehler. Sie müssen also keine ausgebildeten Baristas sein, um beim Kaffeemachen Erfolg zu haben. Die Reinigung der Aeropress ist überdies einfach und die 350 mitgelieferten Filter dürften für Ihren Urlaub ausreichen.

Der einzige Nachteil an der Aeropress ist, dass man maximal eine große Tasse Kaffee auf einmal zubereiten kann. Will man also die ganze Familie mit dem „Schwarzen Gold“ versorgen, wird das einige Zeit in Anspruch nehmen. Achten Sie auch darauf, dass Sie eine solide und stabile Unterlage nutzt. Wenn Sie in einem Zelt campen und keinen Tisch zur Hand haben, kann es schon mal ein wenig tricky werden. Der Preis der Aeropress liegt in der Regel zwischen 30 und 40 Euro.

Aufbrühen

Opschenken

Kaffee aufbrühen, ist das nicht altmodisch? Nein, handgefilterter Kaffee liegt wieder ganz im Trend und das Aufbrühen sorgt für köstlichen Kaffee. Preislich ist diese Methode sehr annehmbar. Filterhalter gibt es bereits für einen Zehner. Die Papierfilter kann man im Supermarkt für ein paar Euro kaufen. Je nach Größe des Filterhalters kann man diesen auch für eine größere Gesellschaft verwenden.

Die Handfilter-Methode funktioniert denkbar simpel: Filterhalter* mit Filter auf die Kaffeekanne setzen, gemahlenen Kaffee dazugeben und mit heißem Wasser aufgießen. Auf dem Campingplatz kann sich das Aufbrühen schon mal etwas schwieriger gestalten. Ein wackeliger Tisch und eine starke Windböe können dazu führen, dass die gesamte Konstruktion aus dem Gleichgewicht gerät. Suchen Sie sich daher einen ruhigen Ort und eine stabile Unterlage, um gute Resultate zu erzielen.

Mein Lieblingsfilterhalter für den Campingplatz ist der Kalita Wave*. Der große Vorteil dieses Filterhalters liegt darin, dass er manchen Fehler verzeiht. Selbst ungeübt zaubert man mit ihm ein gutes Ergebnis in die Becher. So ist auch ein wackeliger Tisch kein Drama. Mit einem Preis von 40 Euro für die 500 ml-Version ist der Kalita Wave allerdings auch nicht ganz billig.

French Press (Pressstempelkanne)

French press

Die French Press* ist auch bekannt als Cafétière oder Pressstempelkanne. In eine zylindrische Kanne füllt man grob gemahlenen Kaffee und gießt anschließend heißes Wasser darauf. Dann heißt es gut umrühren und nach einer Minute den Deckel mit dem Pressstempel aufsetzen. Nach einer Wartezeit von drei bis vier Minuten drückt man den Kolben sanft und gleichmäßig nach unten und voilá: Der Kaffee kann eingeschenkt werden.

Oft sieht man die French Press in Glasform, aber es gibt auch verschiedene Edelstahlmodelle. Die Letztgenannten sind für den Campingurlaub besonders geeignet, denn sie können auch schon mal einen Stoß vertragen. Die French Press ist in allen möglichen Größen erhältlich. Wählen Sie einfach die Größe, die zu iHREM Gepäckraum und der Größe der mit Kaffee zu versorgenden Gruppe passt.

Ein Nachteil der French Press ist, dass die Reinigung schwieriger ist als mit den zuvor genannten Geräten. Hier ist es nicht damit getan, einfach einen Papierfilter wegzuwerfen. Nach dem Ausgießen befindet sich der Kaffeesatz noch in der Kanne. Entsorgen Sie den Satz in einem Müllsack und reinigen Sie alles gut mit Wasser, einem Schwamm und etwas Seifenwasser.

2. Das richtige Verhältnis von Kaffee und Wasser

Koffie en water

Welche Methode man auch anwendet, ein Kaffee-zu-Wasser-Verhältnis von 1:17 ist in jedem Fall ein guter Ausgangspunkt. Das heißt, dass man ein Gramm Kaffee auf 17 Milliliter Wasser ansetzt. Bei 250 Millilitern Wasser (gut für etwa zwei Tassen) heißt das etwa 15 Gramm Kaffee. Sollten Sie keine Waage auf den Campingplatz mitgenommen haben, dann versuchen Sie mit einem Esslöffel Kaffee pro Tasse und probieren Sie aus, ob dies nach Ihrem Geschmack ist.

Natürlich können Sie das Verhältnis zwischen Kaffee und Wasser je nach Geschmack und Wunsch anpassen. Wenn Ihnen der Sinn nach stärkerem Kaffee steht, dann benutzten Sie einfach mehr Kaffeepulver.

3. Die Bedeutung der Wasserqualität

Mehr als 98 Prozent einer Tasse Kaffee besteht aus Wasser. Kein Wunder also, dass Wasser für die Qualität Ihres Kaffees sehr wichtig ist. Selbst wenn es unbedenklich sein sollte, das Wasser am Urlaubsort zu trinken, bedeutet das noch lange nicht, dass man damit guten Kaffee kochen kann. Die Wasserqualität kann von Region zu Region stark schwanken. Daher kann es sich lohnen, den Kaffee mit Wasser aus der Flasche aufzusetzen. Probieren Sie einfach mal selbst, ob Sie einen Unterschied feststellen!

4. Nimmt man ganze oder gemahlene Bohnen mit auf den Campingplatz?

Bonen en gemalen bonen

Gemahlene Bohnen

Fast jeder auf dem Campingplatz kocht seinen Kaffee mit bereits gemahlenen Bohnen. Normalerweise mit dem Kaffee, den man kennt. Denn dann weiß man, dass alles stimmt. Das hat sicherlich seine Vorteile und seine Berechtigung: Man kann nämlich mit dem Kaffeemehl sofort loslegen und unangenehme Überraschungen sind nicht zu erwarten.

Wollen Sie auf dem Campingplatz vielleicht doch noch eine ganze neue Dimension von Kaffeegenuss erleben? Dann kaufen Sie bei einem Kaffeespezialisten einen hochwertigen Kaffee und lassen Sie sich diesen kurz vor der Abreise mahlen. Ein guter Kaffee kostet nämlich nicht exorbitant viel und man erlebt jeden Tag aufs Neue echten Genuss. Sagen Sie dem Kaffeehändler, welche Methode der Kaffeezubereitung ihr anwendet, damit er den Mahlgrad entsprechend einstellen kann. Probieren Sie dann die neue Sorte zuerst zu Hause aus und nehmen Sie sicherheitshalber auch euren vertrauten Kaffee mit. Auf diese Weise können Sie eine Kaffeekrise auf dem Campingplatz vermeiden.

Ganze Bohnen

Ungemahlene Kaffeebohnen haben zwei große Vorteile: Sie können das Beste aus dem Kaffee herausholen und haben die volle Kontrolle über den Geschmack. Doch auch die andere Seite der Medaille ist zu beachten. Da wäre nämlich der Kauf einer Mühle* mit entsprechendem Mahlwerk. Die Preise beginnen bei ca. 50 Euro. Ich kann nicht empfehlen, ein billigeres Modell zu kaufen. Schließlich ist die Mühle einer der entscheidenden Faktoren für die Kaffeequalität.

Doch das richtige Material allein ist noch kein Erfolgsgarant. Sie müssen sich wirklich mit dem Thema Kaffee beschäftigen. Da muss man erst einmal zu Hause etliche Tassen probieren, bis man den Dreh raus hat. Begeistert Sie Kaffee ebenso wie das Campen? Dann ist die Kaffeezubereitung mit einem großartigen und interessanten Lernprozess verbunden, der sich so ganz nebenbei zu einem regelrechten Hobby auswachsen kann. Ihre Mitreisenden werden Ihnen Ihre Kompetenz und Begeisterung in Sachen Kaffee auf jeden Fall danken!

5. Zusätzliche Tipps für die Kaffeezubereitung auf dem Campingplatz

  • Kochendes Wasser eine Minute abkühlen lassen. Dadurch wird die Temperatur leicht gesenkt und ein bitterer Geschmack verhindert.
  • Wenn Sie einen Papierfilter verwenden, übergießen Sie ihn vor der Kaffeezubereitung mit heißem Wasser. Auf diese Weise vermeiden Sie Papiergeschmack im Kaffee.
  • Gießen Sie nicht sofort das ganze Wasser auf den Kaffee, sondern befeuchten Sie das Kaffeemehl zuerst ein wenig. Warten Sie zirka dreißig Sekunden und gießen Sie dann den Rest des Wassers ein. Dieser Prozess wird als „Aufblühen“ bezeichnet und sorgt dafür, dass Ihr Kaffee alle seine Aromen gleichmäßig freisetzt.
  • Bereiten Sie ausreichend heißes Wasser, um eure Kaffeetassen vorzuwärmen. In einer kalten Tasse kann die Temperatur des Kaffees um bis zu 10 Grad sinken. Mit Milch oder Zucker und einem kalten Löffel fällt diese noch weiter ab.
  • Verwenden Sie für die Aeropress eine mittlere bis feine Mahlung beim Kaffeepulver. Bei der French Press darf es dagegen eine grobe Mahlung sein.
  • Üben Sie zu Hause lange genug, bevor Sie die Reise antretet. Wenn Sie sich euch auf diese Weise warmgelaufen haben, haben Sie das Zeug, der Kaffeekönig des Campingplatzes zu werden.
  • Wussten Sie, dass es sogar Weltmeisterschaften für das „Kaffeekochen“ mit der Aeropress gibt? Die Rezepte der Champions können Sie auf der offiziellen Website finden.

Wie trinken Sie Ihren Kaffee?

Na, inspiriert? Oder vielleicht haben Sie selbst jede Menge Ideen zum Thema Kaffee auf dem Campingplatz. Teilen Sie uns diese einfach mit, wir sind neugierig!

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Tom Haze
  • Autor: Tom Haze
  • Schon als kleiner Knirps ging Tom zum Campen, hauptsächlich in Spanien, Frankreich und Norwegen. Er liebt die Natur, ist gerne aktiv und mag es abwechslungsreich. Tom teilt gerne seine Begeisterung fürs Campen und geht selten ohne Gitarre und seinen Spezialkaffee auf Reisen.

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