Sonne und Strand, Kunst und Kultur – Katalonien kann alles

September, 12 2017

Unser Gastautor Hans-Christian Bues vom Deutschen Caravaning Institut (DCI) nimmt uns heute in der Reihe ACSI am Mittelmeer mit nach Katalonien.

Die autonome Region Katalonien im Nordosten Spaniens hat deutlich mehr zu bieten, als die Costa Brava, Barcelona und die Künstler Antoni Gaudi und Salvatore Dali. Kataloniens größtes Kapital, das Meer, seine Küsten, die Kultur und ein grandioses Hinterland, all das steht heute weit mehr im Vordergrund der Tourismusindustrie, als hässliche Bettenburgen, lärmende Partyhotels und last minute Angebote für trinkfreudige Jugendliche und Billigtouristen aus Osteuropa.

Von den Pyrenäen zum Mittelmeer

Nachhaltiger Tourismus, das ist der Slogan, den sich Katalonien* auf die Fahnen geschrieben hat. Und das zu Recht, denn nur geringfügig größer als Belgien kann Spaniens wirtschaftlich stärkste Region mit einem ungebremsten Wachstum aufwarten.  Auch wenn sich das touristische Leben meist an den Küsten abspielt, so verband man doch lange Zeit Katalonien mit dem Gebirge. Das liegt natürlich an den Gebirgszügen der Pyrenäen, die im Norden die Region Katalonien von Frankreich abschirmen und mit dem Pic d’Estats eine Höhe von 3145 Metern erreichen. Im Montserrat, einem bizarren Gebirgsstock nordwestlich von Barcelona, wurde bereits vor über 1200 Jahren ein erstes Kloster gegründet, das bis heute das Nationalheiligtum Kataloniens ist. Das Kloster Montserrat war lange kulturelles und intellektuelles Zentrum der gesamten Region. Hier hielt sich auch während der Diktatur Francos hartnäckig die damals offiziell verbotene katalanische Sprache.

Die grandiose Felsenküste der Costa Brava ist bis heute vom Massentourismus verschont geblieben. Foto: DCI – hcb

Die Costa Brava („wilde Küste“) ist der nördlichste Abschnitt der spanischen Mittelmeerküste und erstreckt sich über eine Länge von mehr als 200 Kilometern. Begrenzt wird die Küste von den Städten Portbou an der spanisch-französischen Grenze im Norden und Blanes im Süden. Verschiedene Faktoren haben diesen Küstenabschnitt zu einer der beliebtesten Touristengegenden in ganz Spanien gemacht: Das Klima ist sehr angenehm, die Landschaft abwechslungsreich und die Infrastruktur ist auch für mobile Gäste hervorragend ausgebaut. Das Meer ist klar und sauber und entlang der Küste wechseln sich feine Sandstrände und steilere Küstenabschnitte mit felsigen Klippen ab, die der Costa Brava auch ihren Namen gegeben haben. Große Teile der Landschaft sind dicht bewachsen, Pinienwälder und andere mediterrane Pflanzen bestimmen das malerische Bild. Die Costa Brava liegt in der autonomen Region Katalonien, deren Kultur sich etwas von der spanischen unterscheidet. Bemerkbar machen sich die Unterschiede in mehreren Bereichen: Die Sprache der Einheimischen dieser Region ist Katalanisch, nicht Spanisch, und die Katalanen sind sehr stolz auf ihre Eigenständigkeit und ihre landestypischen Gerichte. Über die Bestrebungen der Katalanen, von Spanien unabhängig zu werden, kann man geteilter Meinung sein, einer Diskussion darüber sollte man aber tunlichst ausweichen.

Hier geht´s lang: Erster Wegweiser zu bekannten Zielen, sobald man vom Hinterland kommend, die verkehrsreiche Küstenstraße erreicht. Foto: DCI – hcb

Wandern, Segeln, Mountainbiken

Wer mehr als nur Sonne, Strand und Badevergnügen erleben möchte, hat in Katalonien dazu unendlich viele Möglichkeiten. Ganz in der Nähe der Küste und mit Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln problemlos zu erreichen, befindet sich eine Vielzahl von sehenswerten Orten. Von römischen Ausgrabungsstätten bis hin zu mittelalterlichen Städten, Burgen, Festungen, Hafenanlagen und Museen bieten sich dem interessierten Besucher der autonomen Region diverse Möglichkeiten für wirklich lohnenswerte Ausflüge und Besichtigungen. Weitere Höhepunkte sind auch die Sehenswürdigkeiten, die mit dem Künstler Salvador Dalí in Verbindung stehen, der in dieser Gegend lebte und arbeitete.

Nicht nur Dalis Kunstwerke waren außergewöhnlich, auch sein Schlafzimmer ist ganz sicher kein Produkt eines schwedischen Möbelhauses. Foto: DCI – hcb

Besonders beliebt sind nicht nur die idyllische Küstenorte, die abseits des Touristenstroms liegen, auch das Hinterland steht bei Sport-und Kulturbegeisterten hoch im Fokus,  weil es durch seine ursprünglichen Landschaften und seine malerischen Bergdörfer, seine Wanderwege und die einmaligen Biker-Rundkurse mit phänomenalen Ausblicken über die Hafenstädte und das Meer jeden Neuling und jeden „alten Hasen“ immer wieder hellauf begeistern. Aber nicht nur der Sport auf zwei Rädern mit Muskelkraft, der an der gesamten katalonischen Küste eine immer größere Fangemeinde gefunden hat, wird entlang der Strände und Buchten und im bergigen Hinterland ganz groß geschrieben. An windigen und sonnigen Tagen ist Hochbetrieb in den riesigen Yachthäfen und weiße Segel in Verbindung mit bunten Spinnackern oder Boostern ziehen weiße Yachten jeder Größenordnung hinaus aufs offene Meer. Dazwischen hinterlassen schnelle Motorboote ihr weiß-schäumendes Kielwasser, Surfer, Wasserskifahrer, Drachenflieger und Gleitschirme markieren weitere bunte Punkte im tiefblauen Meer. Und wer den Tag im Wasser, am Strand oder auf einer Yacht verbracht hat, kann wenig später am Abend das Flair einer pulsierenden Hauptstadt erleben. Kein Problem.

Einfahrt in den Hafen von Port Lligat / Cadaques. Hier hat der weltberühmte Künstler Salvatore Dali gelebt und gearbeitet. DCI – hcb

Barcelona – die große Zauberin

Ein Dichter  bezeichnete vor knapp 100 Jahren die katalanische Hauptstadt als „la gran encisera“, „die große Zauberin“. Auch heute noch trägt Barcelona stolz und zu Recht diesen Kosenamen, denn sie verzaubert nach wie vor ihre Besucher. Barcelona ist nicht nur unverkennbar das pulsierende Herz Kataloniens, sie hat auch in den vergangenen Jahren Madrid als Zentrum des gesellschaftlichen und kulturellen Lebens abgelöst. Spätestens seit den Olympischen Spielen 1992 stampfen die Stadtväter in regelmäßigen Abständen moderne Großprojekte aus dem Boden, die die Stadt vergrößern, das Stadtbild verschönern und dem Zentrum Kataloniens neues Leben einhauchen. Doch Barcelona* zieht nicht nur bedeutende Architekten und Stadtplaner aus aller Welt an, auch Designer, Künstler, Autoren und Musiker folgen dem Ruf der pulsierenden Hauptstadt Kataloniens. Doch auch die Zeugnisse vergangener Tage ziehen den Besucher in ihren Bann. Das „Barri Gòtic“, das „gotische Viertel“, präsentiert noch das ursprüngliche, das mittelalterliche Barcelona. Erbaut auf den Grundrissen eines ehemaligen römischen Heerlagers, schmiegen sich hier in engen und verwinkelten Gassen Jahrhunderte alte, stilvoll restaurierte Häuser aneinander. Direkt oberhalb der Altstadt wurde Mitte des 19. Jahrhunderts das Viertel „Eixample“ planmäßig angelegt.

Reisemobilisten und Caravaner sind herzlich willkommen

Hier konnten sich in den folgenden Jahrzehnten die Architekten des „Modernisme“, der spanischen Variante des Jugendstils, austoben. Nicht nur der bekannteste Vertreter dieser Stilrichtung, Antoni Gaudí, hinterließ in diesem Viertel beeindruckende Bauwerke. Vom Frühjahr bis in den späten Herbst ist die Costa Brava nicht nur Anziehungspunkt für Urlauber, die sich für die schönsten Wochen des Jahres inklusiv Sonne, Strand und Meer in einem Appartement oder Hotel eingebucht haben, gerade auch auf Camper, Wohnmobilisten und Caravaner übt diese ursprüngliche Küstenregion einen ganz besonderen Reiz aus. Eine Vielzahl an optisch und technisch hervorragenden Stellflächen und Campingplätzen entlang der Küste eröffnet dem mobil Reisenden alle Möglichkeiten für einen entspannten und erholsamen Urlaub in Katalonien.

Schattige Reisemobil-Stellplätze mit allem Komfort stehen entlang der Costa Brava überall zur Verfügung. Foto: DCI – hcb

Die Costa Brava ist immer eine Reise wert

In Zusammenarbeit mit dem Verband der Campingplatzbesitzer in Girona und dem sehr rührigen und top informierten Tourismusbüro für Katalonien wurden alle angeschlossenen Campingplätze nicht nur entlang der Küste, sondern auch speziell im Landesinneren nach einem wegweisenden und zukunftsorientierten Standard weiterentwickelt und fast überall mit besonders vorbereiteten und separat ausgewiesenen Flächen für Wohnmobile und Caravans ausgestattet. Strom, Wasser, Abwasser und oft auch SAT-TV-Anschluss ist überall in Katalonien selbstverständlich. All diese Komfortmerkmale  ermöglichen nicht nur dem durchreisenden Gast mit seinem rollenden Zuhause einen angenehmen Aufenthalt, auch der gestandene „Costa-Brava-Fan“, der schon seit Jahren seinen Urlaub im Caravan oder Reisemobil auf einem dieser wunderschönen, meist in unmittelbarer Strandnähe gelegenen Campingplätze verbringt, freut sich über die vorzüglichen Angebote vor Ort.

Fazit

Wenn also das Wetter in diesem Teil der spanischen Küste mitspielt, und das ist eigentlich immer der Fall, dann steht einem komfortablen, entspannten und ereignisreichen Urlaub mit Caravan, Zelt oder Wohnmobil an der Costa Brava und im wildromantischen Hinterland der Küste nichts mehr im Weg. Und dieser Landstrich, der Sonne und Meer, Kunst und Kultur, Sport und Natur, Weinbau und Gastronomie so zielgerichtet vereint, hat die Zeichen der Zeit erkannt und bietet nicht nur durchreisenden Wohnmobilisten und Caravanern mit Kind und Kegel eine moderne und perfekte Infrastruktur für erholsame Urlaubswochen mit mediterranem Flair und unter südlicher Sonne. Katalonien ist für alle da!

Mediterranes Flair, Ruhe und Beschaulichkeit atmen die winkligen Gassen der malerischen Dörfer im Hinterland der Küste. Foto: DCI – hcb

DCI – Deutsches Caravaning Institut

Das Deutsche Caravaning Institut (DCI) ist das unabhängige Kompetenzzentrum für Industrie, Handel, Fachmedien und Verbraucher.
Es hat sich die Förderung und Entwicklung aller Themenfelder rund um Caravaning, Touristik und die mobile Freizeit zum Ziel gesetzt.

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Hans-Christian Bues DCI
  • Autor: Hans-Christian Bues DCI
  • Hans-Christian Bues, geboren in Bad Harzburg, lebt und arbeitet als Journalist, Reiseschriftsteller und freier Autor in Königswinter am Rhein. Für seine Reportagen, Reiseerzählungen und Abenteuerromane war er neben dem kanadischen Yukon Gebiet in Alaska, Amerika, Asien, Australien, Russland und vielen anderen Länder der Welt unterwegs. Er ist ein langjähriger und erfahrener Reisemobilist, schreibt regelmäßig Fahrzeugtests und betreut für das D.C.I den Bereich Freizeit, Reise und Touristik.

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