Nationalparks in Bayern: Naturerlebnisse zwischen Wäldern und Alpen

7 Mai, 2026

Unberührte Wälder, markante Berggipfel, idyllische Seen und sanft plätschernde Bäche: beeindruckende Natur liegt oft näher, als man denkt. In Bayern befinden sich gleich zwei Nationalparks: der Bayerische Wald und Berchtesgaden. Beide Regionen zeigen die Natur von ihrer eindrucksvollsten Seite und laden dazu ein, sie intensiv zu erleben.

Inhaltsverzeichnis

Samengevat

Der Freistaat Bayern beherbergt zwei ganz besondere Nationalparks. Der Bayerische Wald ist der älteste Nationalpark Deutschlands, während Berchtesgaden der einzige Nationalpark in den deutschen Alpen ist. Im Bayerischen Wald führen zahlreiche Wanderwege durch ausgedehnte, ursprüngliche Wälder. Vom Gipfel des Lusen eröffnet sich ein weiter Blick über die bewaldete Hügellandschaft. Der Nationalpark Berchtesgaden begeistert vor allem mit alpiner Kulisse: mit Highlights wie dem Königssee, dem Kehlsteinhaus und den traditionsreichen Salzbergwerken.

Natur in Bayern, Nationalpark Berchtesgaden

Der Hintersee zählt zu den schönsten Orten im Nationalpark Berchtesgaden.

Nationalpark Bayerischer Wald: ältester Nationalpark Deutschlands

Eines der wenigen großflächig unberührten Naturgebiete Europas liegt im Bayerischen Wald, nahe der tschechischen Grenze. Das Gebiet umfasst rund 250 Quadratkilometer und bildet zusammen mit dem Nationalpark Šumava in Tschechien das größte zusammenhängende Waldschutzgebiet Mitteleuropas.

Ein besonderes Detail: Es handelt sich um den ältesten Nationalpark Deutschlands. Bereits 1970 wurde der Nationalpark Bayerischer Wald gegründet.

Natur im Bayerischen Wald

Willkommen im ältesten Nationalpark Deutschlands, dem Bayerischen Wald!

Natur einfach Natur sein lassen

Das Leitprinzip des Nationalparks lautet: Natur Natur sein lassen. Menschliche Eingriffe werden bewusst auf ein Minimum reduziert. Umgestürzte oder abgestorbene Bäume bleiben liegen, junge Buchen und Fichten wachsen von selbst nach, und die Tierwelt findet hier ungestörte Lebensräume. Dadurch entsteht eine Landschaft, die sich ständig verändert und eine bemerkenswerte Artenvielfalt hervorbringt.

Natur im Bayerischen Wald

Im Bayerischen Wald greift der Mensch nur minimal in die Natur ein. Foto: © erlebe.bayern – Jan Greune

Wanderung auf den Lusen

Für Wanderfreunde bietet der Nationalpark ein weitläufiges Netz von rund 350 Kilometern an Wanderwegen, die durch dichte Wälder und über sanfte Höhen führen. Mit etwas Glück lassen sich unterwegs sogar Wildtiere wie Luchs, Wolf oder Auerhuhn entdecken – auch wenn sie sich meist gut verborgen halten.

Ein besonderes Ziel ist der Lusen (1.373 Meter), einer der höchsten Berge im Nationalpark. Charakteristisch ist seine von großen Granitblöcken bedeckte Gipfelregion, die fast wie eine steinerne Landschaft wirkt.

Landschaft im Bayerischen Wald

Vom Lusen (1.373 Meter) bietet sich ein weiter Blick über die Landschaft.

Mehrere Wege führen hinauf, darunter die bekannte „Himmelsleiter“. Diese steile Route aus Natursteinstufen erfordert etwas Ausdauer, belohnt aber mit abwechslungsreichen Eindrücken – von schattigen Waldpassagen bis hin zu immer weiter werdenden Ausblicken. Oben angekommen eröffnet sich ein Panorama über ein scheinbar endloses Meer aus Wäldern. Bei klarer Sicht reicht der Blick sogar bis zu den Alpen.

Himmelsleiter im Bayerischen Wald

Die sogenannte Himmelsleiter führt hinauf auf den Gipfel des Lusen.

Auch Radfahren ist möglich: Ein rund 200 Kilometer langes Netz an Radwegen steht zur Verfügung. Mountainbiken ist allerdings nicht erlaubt, da der Fokus auf naturnahem und ruhigem Tourismus liegt.

Auf Augenhöhe mit den Baumwipfeln

Der Baumwipfelpfad (Baumwipfelpfad) zählt zu den eindrucksvollsten Attraktionen im Bayerischen Wald. Der barrierearme Holzsteg führt auf Höhe der Baumkronen durch den Wald und endet in einem spiralförmigen Aussichtsturm.

Baumwipfelpfad im Bayerischen Wald

Der Baumwipfelpfad endet in einem 44 Meter hohen Aussichtsturm. Foto: © Erlebnis Akademie AG/Baumwipfelpfad Bayerischer Wald

Beim langsamen Aufstieg eröffnen sich neue Perspektiven auf die Kronen alter Buchen und Fichten. Informationstafeln vermitteln Wissenswertes über den Wald, zusätzlich sorgen kleine Erlebnisstationen für Abwechslung unterwegs.

Campingplätze im Bayerischen Wald

Für einen Aufenthalt in der Natur bieten sich zahlreiche Campingplätze in der Umgebung an.

Nationalpark Berchtesgaden: einziger Nationalpark in den Bayerischen Alpen

Ganz im Südosten Bayerns liegt der Nationalpark Berchtesgaden – der einzige Nationalpark in den deutschen Alpen. Eine eindrucksvolle Kulisse aus klaren Seen, schroffen Gipfeln und blühenden Almwiesen prägt das Landschaftsbild. Der Nationalpark Berchtesgaden umfasst rund 210 Quadratkilometer und steht seit 1978 unter Schutz.

Mit dem Elektroboot über den Königssee

Ein Höhepunkt des Nationalparks ist der Königssee – ein smaragdgrüner Bergsee, umgeben von steilen Felswänden und dichten Wäldern. Das klare Wasser und die Spiegelungen der Berge verleihen dem Ort eine besondere Atmosphäre. Eine Fahrt mit einem traditionellen Elektroboot zur Wallfahrtskirche St. Bartholomä gehört zu den klassischen Erlebnissen vor Ort.

Königssee in Bayern

Der Königssee ist mit bis zu 190 Metern das tiefste Gewässer Deutschlands

Wandern im Klausbachtal

Das Gebiet bietet zahlreiche Wanderrouten: von gemütlich bis anspruchsvoll. Eine besonders schöne Tour führt durch das Klausbachtal. Ausgangspunkt ist der Hintersee, von wo aus ein Bus nach Hirschbichl fährt. Von dort verläuft die Route zurück Richtung Bayern zur Alm Bindalm, mit weitem Blick auf die umliegenden Berge.

Klausbachtal in Berchtesgaden

Von der Bindalm aus eröffnet sich ein weiter Blick über die Berglandschaft

Unterwegs laden traditionelle Almhütten zu einer Pause ein. Das ist ideal für eine typische bayerische Brotzeit mit regionalen Produkten.

Ein weiteres Highlight ist die Hängebrücke im Klausbachtal: 55 Meter lang und rund 30 Meter über dem Tal gelegen. Die Wanderung endet wieder am Hintersee, der sich ebenfalls für eine längere Pause anbietet.

Hängebrücke im Klausbachtal

Die Hängebrücke im Klausbachtal ist 55 Meter lang und rund 30 Meter hoch.

Das Kehlsteinhaus: Geschichte in luftiger Höhe

Das Kehlsteinhaus zählt zu den bekanntesten Aussichtspunkten der Region. Ursprünglich in der Zeit des Nationalsozialismus erbaut, dient es heute als Ausflugsziel mit Gastronomie.

Erreichbar ist es per Bus und anschließendem Fußweg oder über einen historischen Lift, der durch den Fels führt. Oben angekommen eröffnen sich weite Ausblicke auf den Königssee, das Watzmannmassiv und die umliegenden Alpenlandschaften. Geöffnet ist in der Regel von Mai bis Oktober, abhängig von den Wetterbedingungen.

Kehlsteinhaus in Berchtesgaden

Das Kehlsteinhaus ist ein beliebtes Ausflugsziel im Nationalpark Berchtesgaden

Ein Besuch im Salzbergwerk

Der Reichtum der Region basiert seit Jahrhunderten auf Salz, dem sogenannten „weißen Gold“. Bereits seit dem 12. Jahrhundert wird hier Salz abgebaut. Das Salzbergwerk ist noch heute in Betrieb und gilt als älteste aktive Salzmine Deutschlands.

Während einer Führung geht es in traditioneller Bergmannskleidung mit einer Grubenbahn tief ins Innere des Berges. Rutschen, ein unterirdischer See und eine Floßfahrt machen den Besuch zu einer abwechslungsreichen Erfahrung.

Weitere Inspirationen bietet auch der Beitrag über das Berchtesgadener Land.

Campingplätze bei Berchtesgaden

Wer die Region intensiver erleben möchte, findet rund um den Nationalpark passende Campingmöglichkeiten.

  • Autor: Laura
  • Für mich besteht der ideale Urlaub aus einer Kombination aus Entspannung und Entdeckung der Umgebung. Ich liebe Wanderungen in der Natur, kann mich aber auch für einen Tag Kultur in einer schönen Stadt begeistern. Meine Lieblingsländer in Europa? Spanien und Griechenland.

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