Roadtrip durch Burgund: Genuss, Kultur und überraschende Entdeckungen
30 April, 2026
Bei Burgund entstehen schnell Bilder von charmanten Dörfern, sanften Hügeln und langen Tafeln mit regionalen Spezialitäten und hervorragenden Weinen. Doch die Region kann weit mehr als klassische Genussmomente. Immer wieder überrascht sie mit unerwarteten Orten und besonderen Geschichten. Eine viertägige Route von Nord nach Süd zeigt, wie abwechslungsreich Burgund tatsächlich ist – von außergewöhnlicher Kunst bis hin zu lebendiger Geschichte, von kreativer Küche bis zu eindrucksvollen Landschaften.
Inhaltsverzeichnis
Kurz zusammengefasst
Diese viertägige Route verbindet einige der schönsten Highlights Burgunds miteinander. Am ersten Tag stehen überraschende Kunst und besondere Geschmackserlebnisse auf dem Land im Mittelpunkt, mit dem eigenwilligen Museum La Fabuloserie und außergewöhnlicher Schokolade in einem kleinen Dorf. Am zweiten Tag dreht sich alles um Schlösser: vom stimmungsvollen Château de Ratilly bis hin zum einzigartigen Projekt Guédelon, bei dem ein mittelalterliches Schloss mit historischen Techniken neu entsteht.
Der dritte Tag widmet sich ganz dem burgundischen Lebensgefühl: Weinberge, Verkostungen, Käse und Cassis wechseln sich mit eindrucksvollen Abteien und Burgen ab. Am vierten Tag führt die Reise nach Cluny und endet in der Natur mit einer Wanderung zur Roche de Solutré, inklusive weiter Ausblicke über die Weinlandschaft.
Campingplätze in Burgund
Tag 1: Versteckte kreative Vielfalt im Dorf

Im kleinen Ort Saint-Martin-Sur-Ouanne verbirgt sich ein wahres Paradies für Schokoladenliebhaber.
Ein kulturelles Highlight mitten auf dem Land wirkt zunächst eher unwahrscheinlich. Beim Hineinfahren in das ruhige Dorf deutet wenig darauf hin. Doch hinter den Türen einer unscheinbaren Holzscheune eröffnet sich eine völlig andere Welt. Das Museum La Fabuloserie zeigt Werke von Autodidakten und Außenseitern, eine lebendige Sammlung voller Farben, Formen und Fantasie. Zu entdecken sind unter anderem skurrile und teils surreal wirkende Skulpturen von Menschen aus ganz unterschiedlichen Berufen.
Wie ein fantasievoller Umzug
Architekt Alain Bourbonnais trug mehr als tausend dieser außergewöhnlichen Werke zusammen. Auch eigene Arbeiten sind zu sehen: seine sogenannten „Turbulents“: lebhafte Figuren aus recycelten Materialien, die an einen bunten, leicht chaotischen Umzug erinnern.
Das Museum liegt eingebettet in einem weitläufigen Garten mit Skulpturen rund um einen Teich. Besonders eindrucksvoll ist das mechanische Karussell von Petit Pierre, einem gehörlosen Bauern, der über viele Jahre daran arbeitete. Ein Ort, der überrascht und lange in Erinnerung bleibt.
Schokolade neu interpretiert
Zur Essenszeit lohnt sich ein Besuch im Le Domaine Moulin Rouge, ebenfalls im Dorf. Hier dreht sich alles um Schokolade und das auf ganz besondere Weise.
Bei einer Führung durch die Werkstatt von Chocolatier Sébastien Métoyer zeigt sich schnell, wie kreativ Schokolade sein kann. Seine preisgekrönten Kreationen verbinden hochwertige dunkle Bio-Schokolade mit ungewöhnlichen Zutaten wie Kräutern, Pilzen oder sogar Fisch und Ziegenkäse. Das Menu tout chocolat, serviert auf einer gemütlichen Terrasse, sorgt für ein kulinarisches Erlebnis der besonderen Art. Eine Reservierung im Voraus ist empfehlenswert.
Tag 2: Schlösser zwischen Vergangenheit und Gegenwart

Im Château de Ratilly scheint die Zeit beinahe stillzustehen.
Ratilly: ein Schloss mit besonderer Atmosphäre
Auf dem Weg nach Treigny, vorbei an Feldern und Wäldern, taucht am Ende eines kleinen Weges das Château de Ratilly auf. Vier Ecktürme, ein ruhiger Innenhof und eine lange Tradition in der Keramikkunst verleihen diesem Ort eine ganz eigene Ausstrahlung.
Nach dem Überqueren der „schlafenden Zugbrücke“ fühlt sich der Besuch wie eine Reise ins 13. Jahrhundert an. Heute werden die Gebäude und der Innenhof für Ausstellungen, Konzerte und Workshops genutzt. Die Eule, einst Bewohnerin der Türme, ist heute als Markenzeichen auf der Keramik von Grès de Ratilly zu finden.
Ein Schloss entsteht neu
Das Château de Ratilly diente als Inspiration für das Projekt Guédelon. Mitten im Wald entsteht hier ein mittelalterliches Schloss, gebaut ausschließlich mit den Techniken und Materialien des 13. Jahrhunderts.
Steinmetze, Zimmerleute und Schmiede arbeiten ohne moderne Maschinen. Selbst Kräne bestehen aus Holz und funktionieren nach historischen Vorbildern. Alles folgt den Bauweisen von damals, und die Materialien stammen, wie früher, aus der unmittelbaren Umgebung.
Geschichte zum Erleben
Das Projekt Guédelon begann 1997 und entwickelt sich seitdem stetig weiter. Türme, Mauern und eine Kapelle sind bereits entstanden. Der Ort zieht zahlreiche Besucher an, die hier Geschichte hautnah erleben können.
Im Mittelpunkt steht dabei Authentizität statt Inszenierung. Führungen, Workshops und ein Restaurant mit Blick auf die Baustelle runden das Erlebnis ab.
Tag 3: Wein, Abteien und mittelalterliche Entdeckungen

Am dritten Tag führt die Route durch die berühmte Weinlandschaft Burgunds.
Unterwegs durch die Weinregion
Weiter südlich verändert sich die Landschaft: sanfte Hügel und weitläufige Weinberge prägen das Bild. Ziel ist Nuits-Saint-Georges, im Herzen der bekannten Weinregion zwischen Dijon und Beaune. Entlang der Route des Grands Crus reihen sich renommierte Weingüter aneinander.
Ein lohnenswerter Stopp ist die „Weinkathedrale“ von Jean-Claude Boisset. Das ehemalige Kloster wurde in ein modernes, nachhaltiges Weingut verwandelt. Besonders eindrucksvoll sind die historischen Keller mit einer außergewöhnlichen Sammlung alter Weine.
Typisch burgundisch genießen
In Burgund gehören Wein und Käse untrennbar zusammen. Ein Besuch bei Les Halles de Gilly zeigt die Vielfalt regionaler Spezialitäten. Von außen unscheinbar, eröffnet sich innen eine große Auswahl an Käse, Feinkost und lokalen Produkten.
Ein Highlight ist der cremige Brillat-Savarin. Wer tiefer eintauchen möchte, kann eine kombinierte Wein- und Käseverkostung buchen.
Cassis aus Burgund
Die Region ist außerdem bekannt für ihre schwarzen Johannisbeeren. Entlang der Cassis-Route entstehen daraus Liköre, Senf und viele weitere Spezialitäten.
Im Cassissium wird die Geschichte und Herstellung näher vorgestellt – inklusive Verkostung verschiedener Produkte.
Historische Zwischenstopps
Unterwegs bieten sich mehrere kulturelle Highlights an:
Die Abtei Saint-Philibert in Tournus zählt zu den besterhaltenen romanischen Bauwerken Europas.
Brancion, Cormatin und Berzé-le-Châtel zeigen die architektonische Vielfalt der Region – von mittelalterlicher Festung bis hin zu eleganter Schlossanlage.
Tag 4: Cluny & Solutré

Die Abtei von Cluny war einst eines der wichtigsten Zentren der christlichen Welt.
Cluny und seine Geschichte
Im 11. und 12. Jahrhundert war Cluny ein bedeutendes religiöses Zentrum Europas. Die Abtei zählte zu den größten Kirchenbauten ihrer Zeit. Auch wenn Teile während der Französischen Revolution zerstört wurden, ist die historische Bedeutung bis heute spürbar.
Ein riesiges Puzzle
Bis heute wird versucht, die Anlage Stück für Stück zu rekonstruieren. Über die Region verstreute Fragmente tauchen immer wieder auf und werden in die Sammlung integriert. Mit schätzungsweise 25.000 Teilen gilt die Anlage als eines der größten „Puzzles“ des Mittelalters.
Naturerlebnis Solutré
Den Abschluss bildet eine Wanderung zur Roche de Solutré. Der markante Kalkfelsen erhebt sich eindrucksvoll aus der Landschaft. Der Weg zur Spitze ist gut machbar und belohnt mit weiten Ausblicken über die umliegenden Weinberge – bei klarer Sicht sogar bis zum Mont Blanc.
Campingplätze in Burgund
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