Krakau: die Stadt, die mein Herz gestohlen hat!
20 Oktober, 2026
Krakau gehört zu den faszinierendsten Städten Polens. Prächtige Bauwerke, gemütliche Plätze, kleine Gassen und eine vielseitige Gastronomie treffen hier auf eine bewegte Geschichte. Die ehemalige Königsstadt lässt sich wunderbar zu Fuß oder mit dem Fahrrad entdecken und eignet sich ideal sowohl für einen abwechslungsreichen Städtetrip während deines Campingurlaubs in Polen als für einen längeren City-Trip. Neben der historischen Altstadt und dem jüdischen Viertel Kazimierz gehört für viele Besucher auch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau zu einer Reise in diese Region. Für mich war das der Hauptgrund für meine Reise und einerseits sehr touristisch, aber auch sehr beeindruckend. Mein Herz gestohlen haben jedoch in jeder Hinsicht die Stadt Krakau und ihre Einwohner selbst.
Inhaltsverzeichnis:
Rund um den Rynek Główny
Von der Altstadt zum Wawel
Kazimierz: das jüdische Viertel
Geschichte erleben in Podgórze
Auschwitz-Birkenau besuchen
Ausflugsziele außerhalb Krakaus
Die polnische Küche entdecken
Krakau vom Wasser aus und im Grünen erleben
Camping rund um Krakau
Mit dem Wohnmobil nach Krakau
Krakau begeistert mit prächtiger Architektur, lebhaften Vierteln und polnischer Gastfreundschaft. Entdecke die historische Altstadt, das jüdische Viertel Kazimierz und die beeindruckende Geschichte der Region. Auch die Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau und zahlreiche Ausflugsziele in der Umgebung machen Krakau zu einem besonderen Reiseziel für Camper – für kurze oder längere Trips.

Die Tuchhallen am Rynek Glowny, dem Hauptmarktplatz.
Rund um den Rynek Główny
Beginne deinen Besuch am Rynek Główny, dem großen Marktplatz im Herzen der Krakauer Altstadt. Rund um den Platz findet man historische Bürgerhäuser, Cafés und Restaurants. Hier kann man auch herrlich bummeln, auf einer Terrasse Platz nehmen oder einfach nur das rege Treiben beobachten. Schönes Fotomotiv sind die vielen Kutschen mit den herausgeputzten Pferden. Wer mag, kann auch eine Kutschfahrt durch die Stadt machen.

Farbenfroh geschmücke Kutschen am Hauptmarktplatz.
Mitten auf dem Platz stehen auch die berühmten Tuchhallen, auf Polnisch Sukiennice. Bereits seit Jahrhunderten wird hier Handel betrieben. Heute befinden sich im Inneren vor allem kleine Geschäfte und Stände mit Souvenirs und typisch polnischen Produkten.
Nicht zu übersehen ist die Marienkirche mit ihren beiden unterschiedlich hohen Türmen. Zu jeder vollen Stunde erklingt vom Turm der sogenannte Hejnał, ein traditionelles Trompetensignal, das „live“ vom Turm der Marienkirche am Hauptmarkt gespielt wird. Es erklingt zu jeder vollen Stunde und wird in alle vier Himmelsrichtungen geblasen. Besonders auffällig ist, dass die Melodie mitten im Ton plötzlich abbricht. Der Legende nach erinnert das an einen Trompeter, der im Mittelalter während eines Angriffs Alarm schlug und dabei von einem Pfeil getroffen wurde. Historisch belegt ist diese konkrete Geschichte allerdings nicht. Der Hejnał gehört heute zu den bekanntesten Traditionen Krakaus. Jeden Tag um 12 Uhr mittags wird er außerdem im polnischen Radio übertragen.
Von der Altstadt zum Wawel
Vom Marktplatz aus kannst du durch die historischen Straßen weiter in Richtung Wawel spazieren. Der Wawelhügel erhebt sich über der Weichsel und gehört zu den bedeutendsten historischen Orten Polens. Hier befinden sich das Königsschloss Wawel und die Wawel-Kathedrale. Für die Besichtigung sollte man genügend Zeit einplanen. Je nach Interesse kann man verschiedene Bereiche des Schlosses besuchen oder einfach nur über das Gelände spazieren und die Architektur und die traumhafte Aussicht auf die Weichsel genießen.

Königsschloss Wawel und Wawel-Kathedrale auf dem Hügel an der Weichsel
Unterhalb des Hügels begegnest du einem anderen Krakauer: dem Wawel-Drachen. Die Figur erinnert an eine bekannte Krakauer Legende und speit in regelmäßigen Abständen sogar richtiges Feuer. Besonders für Familien mit Kindern ist das ein unterhaltsamer Zwischenstopp.

Der feuerspeiende Wawel-Drache
Kazimierz: das jüdische Viertel
Ein weiterer besonderer Stadtteil ist Kazimierz. Über Jahrhunderte war das Viertel ein wichtiges Zentrum jüdischen Lebens. Noch heute findest du hier Synagogen, jüdische Friedhöfe und zahlreiche Spuren dieser Geschichte. Gleichzeitig hat sich Kazimierz zu einem lebhaften Viertel mit Cafés, Restaurants, kleinen Geschäften und Street Art entwickelt. Gerade diese Mischung aus Geschichte und modernem Stadtleben macht einen Spaziergang besonders interessant. Nimm dir Zeit für die Szeroka-Straße und die umliegenden Gassen. Zu den bekannten historischen Sehenswürdigkeiten gehören die Alte Synagoge und die Remuh-Synagoge mit dem angrenzenden Friedhof.
Rund um den Plac Nowy findest du außerdem zahlreiche Lokale mit lokalen Spezialitäten. Probiere hier zum Beispiel einmal eine Zapiekanka, ein längliches, überbackenes Brot, das zu den beliebten polnischen Snacks gehört. Oder natürlich eine Pierogi, eine polnische Bratwurst oder eine Krakauer Bockwurst. Auch die Brücke mit den tanzenden Figuren und hunderten Schlössern, dort wo Kazimierz an die Weichsel grenzt, ist unbedingt einen Besuch wert. Schön ist auch eine Bootsrundfahrt auf der Weichsel bei Nacht oder ein kleiner Aussichtsflug mit dem Krakauer Ballon am Ufer der Weichsel. Wenn du mehr Glück hast als ich und er auch wirklich aufsteigt, was bei mir leider wegen des starken Windes nicht der Fall war, hat man van oben eine traumhafte Aussicht auf die Stadt. Wenn’s nicht klappt, ist das Riesenrad am Ufer der Weichsel ein nettes Trostpflästerchen.

Der Krakau-Ballon an der Weichsel.
Echte Geschichte erleben in Podgórze
Auf der anderen Seite der Weichsel liegt Podgórze. Während der deutschen Besatzung im Zweiten Weltkrieg befand sich hier das Krakauer Ghetto. Auf dem heutigen Plac Bohaterów Getta, dem Platz der Ghettohelden, erinnern große leere Stühle an die Opfer. In der Nähe befindet sich die ehemalige Fabrik von Oskar Schindler. Heute ist hier eine Ausstellung des Museums von Krakau untergebracht, die sich mit Krakau während der deutschen Besatzung von 1939 bis 1945 beschäftigt. Unbedingt sehenswert! Wenn du die jüngere Geschichte der Stadt besser verstehen möchtest, solltest du für diesen Besuch ausreichend Zeit einplanen.

Bohaterów Getta, der Platz der Ghettohelden. Hier erinnern große leere Stühle an die Opfer des Nationalsozialismus in Polen.
Auschwitz-Birkenau besuchen
Etwa 70 Kilometer westlich von Krakau befindet sich die Gedenkstätte und das Museum Auschwitz-Birkenau. Ein Besuch unterscheidet sich grundlegend von einem gewöhnlichen touristischen Ausflug. Das ehemalige deutsche nationalsozialistische Konzentrations- und Vernichtungslager ist heute ein Ort des Gedenkens und der historischen Bildung. Die Gedenkstätte besteht aus mehreren Bereichen. In Auschwitz I, dem Stammlager, befinden sich zahlreiche historische Gebäude und Ausstellungen. Auschwitz II-Birkenau vermittelt mit seinen Baracken, Wachtürmen, Gleisanlagen sowie den Ruinen der Gaskammern und Krematorien einen beklemmenden Eindruck von der Dimension des Lagerkomplexes. Plane für den Besuch unbedingt mehrere Stunden ein und ziehe bequeme Schuhe an. Eine Führung kann dabei helfen, die historischen Zusammenhänge und die Bedeutung der einzelnen Orte besser zu verstehen. Aufgrund der Art der Gedenkstätte und der hohen Besucheranzahlen empfiehlt es sich, den Besuch gut vorzubereiten und sich vorab gut über die aktuellen Besuchsregeln, Reservierungen und Führungen zu informieren.

Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau
Ausflugsziele außerhalb Krakaus
Wenn du länger in der Region bleiben möchtest, dann lohnen sich auch diese Ausflugsziele:
- Salzbergwerk Wieliczka: Nur wenige Kilometer südöstlich von Krakau. Berühmt für unterirdische Kammern, Salzskulpturen und die Kapelle der heiligen Kinga.
- Nationalpark Ojców: Nördlich von Krakau. Ideal zum Wandern, mit Kalksteinfelsen, Höhlen, Burgruinen und der markanten „Herkuleskeule“.
- Schloss Pieskowa Skała: Liegt im Ojców-Nationalpark und gehört zu den bekanntesten Renaissance-Schlössern Polens.
- Tyniec: Westlich von Krakau, direkt an der Weichsel. Bekannt für die Benediktinerabtei auf einem Hügel über dem Fluss.
- Kalwaria Zebrzydowska: Bedeutender Wallfahrtsort mit Klosteranlage und Kreuzweglandschaft, UNESCO-Welterbe.
- Tatra-Gebirge und Zakopane: Für einen längeren Tagesausflug oder einen Ausflug mit Übernachtung. Diese hübsche Region bietet Bergpanoramen, Wanderwege und traditionelle Holzarchitektur.
Die polnische Küche entdecken
Nach den vielen Eindrücken lohnt es sich, auch die polnische Küche kennenzulernen. Es gibt sehr viele unterschiedliche und auch sehr authentische Restaurants in der Stadt, die schon vom Ambiente her Spaß machen. Auf den Speisekarten findest du häufig Pierogi, gefüllte Teigtaschen, die mit ganz unterschiedlichen Füllungen angeboten werden. Ebenfalls typisch ist Żurek, eine säuerliche Suppe auf Basis von fermentiertem Roggenmehl. Neben traditionellen Restaurants bietet Krakau eine große Auswahl an modernen Lokalen, vegetarischen Restaurants und internationaler Küche. Besonders in Kazimierz kannst du einen erlebnisreichen Tag gemütlich bei einem Essen oder Getränk vor historischer Kulisse ausklingen lassen.
Krakau vom Wasser aus und im Grünen erleben
Nach einem langen Tag in der Altstadt tut etwas Ruhe gut. Spaziere gemütlich an der Weichsel entlang, entdecke den Wall of Fame oder erkunde Sie die Stadt mit dem Fahrrad. Die Wege am Fluss bieten eine schöne Abwechslung zu den belebten Straßen des Zentrums. Auch der Planty-Park eignet sich für eine Pause. Dieser grüne Gürtel umschließt große Teile der historischen Altstadt und entstand dort, wo sich früher die Stadtmauer befand. In Krakau kann man mit dem Rad, zu Fuss oder mit der hübschen alten Straßenbahn viele Sehenswürdigkeiten hervorragend erreichen und zwischendurch immer wieder eine Pause im Grünen einlegen.
Camping rund um Krakau
Auch für Camper ist Krakau ein interessantes Reiseziel. In und rund um die Stadt gibt es verschiedene Campingmöglichkeiten, von denen aus sich das historische Zentrum erkunden lässt. Besonders praktisch ist ein Campingplatz mit einer guten Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel. So können Wohnmobil oder Wohnwagen stehen bleiben, während Sie Krakau entspannt zu Fuß, mit dem Fahrrad oder dem sehr guten und preiswerten Bus- und Straßenbahnnetzwerk entdecken. Wenn Sie Krakau, Auschwitz und das Salzbergwerk besichtigen möchten, lehnt sich ein mehrtägiger Aufenthalt in der Region und ist ein Auto empfehlenswert.
Hier finden Sie Campingplätze in der Umgebung von Krakau: ACSI Eurocampings: 9 jährlich inspizierte Campingplätze in Europa. In der Hauptsaison und an Feiertagen kann es rund um Krakau deutlich voller werden. Möchten Sie auf einem bestimmten Campingplatz übernachten, empfiehlt es sich daher, sich rechtzeitig über die Verfügbarkeit zu informieren und vorab zu reservieren. Bei der Wahl eines Campingplatzes lohnt es sich, auf die Entfernung zur Altstadt, die Anbindung an öffentliche Verkehrsmittel sowie auf Sanitäranlagen und Möglichkeiten zur Ver- und Entsorgung zu achten.
Krakau: eine Stadt voller Kontraste
Krakau verbindet prächtige Architektur, polnische Traditionen, eine sehr nette und zuvorkommende Bevölkerung und modernes Stadtleben mit einer Geschichte, deren schwierige Kapitel an vielen Orten sichtbar bleiben. Gerade diese verschiedenen Seiten machen die Stadt so vielschichtig. Schlendere über den Rynek Główny, entdecke die kleinen Gassen von Kazimierz, genieße den Blick vom Wawel und probiere die polnische Küche. Nimm dir zugleich Zeit für die vielen historischen Orte und ihre beeindruckenden Geschichten. So lernst du Krakau nicht nur als schönes Ziel für eine Städtereise kennen, sondern auch als eine Stadt, die aufgrund ihrer Geschichte sehr lange im Gedächtnis bleibt. Bei mir war es auf jeden Fall Liebe auf den ersten Blick…
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